|
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 23. September 2008 (Lokales - Seite 17)
Welt-FinanzkriseLVB sehen kein Risiko bei US-LeasingDie Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben das Angebot, einen Cross-Border-Leasing-Vertrag vorzeitig aufzulösen, nicht akzeptiert. Schon vor Monaten war ein US-Vertragspartner auf das Unternehmen zugekommen, um eine Abmachung über zwölf Straßenbahnen vom Typ NGT 8 vorzeitig zu beenden, bestätigte gestern Unternehmenssprecher Reinhard Bohse. Der bisherige Finanzgeschäftsführer Klaus Heininger habe mit dem Interessenten verhandelt – unter der Voraussetzung, dass sich für die LVB dadurch keinerlei Nachteil ergibt. „Im Ergebnis wurde die Entscheidung getroffen, an den Verträgen nichts zu ändern“, sagte Bohse. „Das gilt auch für die restliche Laufzeit der Vereinbarung bis zum Jahr 2013.“ Wie berichtet, wurden in Leipzig etliche Straßenbahnen, das LVB-Gleisnetz, Messehallen, Oper, das Klinikum St. Georg und Anlagen der Wasserwerke per Cross-Border-Leasing versilbert. Bei dem „Leasing über Grenzen hinweg“ vermietet eine deutsche Stadt öffentliches Eigentum für viele Jahre an ein amerikanisches Unternehmen und mietet es sogleich wieder zurück. Aus deutscher Sicht bleibt das Eigentum der Kommune erhalten, aus amerikanischer Sicht handelt es sich hingegen um einen Kauf, der sich in den USA steuersparend auswirkt. Von diesem Gewinn erhält die deutsche Seite einmalig einen „Barwertvorteil“ – etwa fünf Prozent des Transaktionsvolumens. Die aktuelle Welt-Finanzkrise, die schon mehrere amerikanische Banken in die Knie zwang, bedeute kein Risiko für das Cross-Border-Leasing der LVB, so Bohse: „Alle Finanztransaktionen sind abgeschlossen. Wir haben unsere 40 Millionen Euro Barwertvorteil längst in neue Straßenbahnen investiert.“ Auch Wasserwerke-Sprecher Jarno Wittig sowie Stefan Barton, Sprecher der Landesdirektion Leipzig, versicherten, die Finanzkrise habe keine Auswirkungen auf hiesige Cross-Border-Verträge. Jens Rometsch |